Regelmässiges körperliches Training bei Brustkrebs verbessert die Lebensqualität und kann gegen Begleiterscheinungen während einer Krebstherapie helfen. Studien konnten nachweisen, dass Sport selbst das Rückfallrisiko bei Brustkrebspatientinnen merklich verringert: Täglich eine halbe Stunde Sport kann das Risiko um 35% senken, wieder an Brustkrebs zu erkranken.

Fatigue-Syndrom bei Krebspatienten

Die Krebserkrankung und Krebsbehandlung führen oft zu einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität. Die reduzierte Belastbarkeit und anhaltende Müdigkeit, die ein Gefühl von emotionaler, geistiger und auch körperlicher Erschöpfung hinterlassen können, bezeichnet man als „Fatigue“. Leider tritt das Fatigue-Syndrom bei zwei Dritteln der Krebspatienten im Verlauf ihrer Therapie auf. Wie ausgeprägt die Beschwerden sind, hängt sehr stark mit der Behandlung zusammen. Wissenschaftliche Untersuchungen mit Betroffenen konnten aufzeigen, dass sich die körperliche und seelische Verfassung durch körperliche Aktivität verbessert.

Eigener Beitrag an die Gesundung bei Brustkrebs

Eine Bewegungstherapie bei Krebs kommt leider auch heute noch oft zu kurz. Dies, weil Ärzte und Pflegepersonal häufig davon überzeugt sind, dass Schonung die beste Therapie ist. Es ist jedoch erwiesen, dass diese Erschöpfungs-Spirale durch regelmässige Bewegung unterbrochen und eine bessere Bewältigung der therapiebedingten Beschwerden erreicht werden kann. Das Immunsystem, die körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag und Beruf sowie das psychische Wohlbefinden werden unterstützt. Das Training sollte auf die jeweilige Situation angepasst sein. Betroffene lernen schnell, was sie ihrem Körper zumuten können und was ihm gut tut. Es motiviert die Patienten, selbst einen Beitrag an ihre Gesundung zu leisten.

Vielseitige positive Aspekte

Sport bei Brustkrebs kann die Stimmung heben, den Appetit anregen, den Muskelabbau verhindern und Kreislauf- und Atembeschwerden vorbeugen. Begleitete Bewegungstherapie hilft dabei, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu finden und sich aktiv mit dem neuen Körperbild auseinanderzusetzen. Sport bei Brustkrebs kann zu neuer Lebensfreude führen.

Herzschlag intensivieren

Ich empfehle sanfte Sportarten, bei denen das Herz etwas schneller schlägt, ohne dass man ausser Atem kommt. Darunter fallen zum Beispiel Walking, Laufen, leichte Gymnastik, Tai-Chi, Yoga. Auch alltägliche Aktivitäten zählen dazu wie Einkäufe zu Fuss, Treppen steigen, Gartenarbeiten, Staubsaugen oder mit dem Hund spazieren gehen. Sportarten in einer Gruppe können die Motivation fördern und die Isolation verringern. Es bedeutet Spass und Freude und motiviert durch die Gruppen-Dynamik.

So viel Bewegung wie möglich

Gemeinsam mit dem Arzt sollte vorgängig besprochen werden, welches Pensum an körperlichem Training in der jeweiligen Therapiephase geeignet ist und worauf man selbst Lust hat. Nach einer Operation kann der Patient normale Alltagsaktivitäten schnell wieder aufnehmen, aber mit Sport sollte erst nach Absprache mit dem behandelten Arzt gestartet werden. Häufig ist dies nach vier bis sechs Wochen wieder möglich, wenn die Narben gut verheilt sind. In der Regel wird empfohlen, langsam anzufangen, zum Beispiel mit zwei mal fünf Minuten pro Tag, um dann schrittweise die Aktivitäten zu erhöhen. Das Wichtigste dabei ist: so viel wie möglich in Bewegung sein. Schon einige Minuten Stretching können helfen, sich besser zu fühlen.

Angebot für Brustkrebs-Patientinnen

Das BrustZentrum der Hirslanden Klinik St. Anna bietet in Zusammenarbeit mit der Krebsliga Zentralschweiz ein spezifisches Angebot für Tumor-Patienten an. Es handelt sich dabei um ein gezieltes Aufbau- und Bewegungstraining sowie verschiedene Kurse wie Gymnastik, Yoga und Onko-Walking. Teilweise werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Im Rahmen des Brustkrebsmonats Oktober sind folgende weitere Beiträge zum Thema Brustkrebs erschienen: