Ausgerechnet im Urlaub zog sich Erich Steiner eine Ruptur der Rotatorenmanschette, also einen Riss der Schultersehne, zu. Nachdem die konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft waren, unterzog er sich einer Schulteroperation. Die Fortschritte in der Therapie stellten sich schnell ein. Heute ist der 72-Jährige wieder sportlich aktiv.

Der Yellowstone Nationalpark ist ein ebenso faszinierender wie gefährlicher Ort. Dabei braucht es nicht immer gleich Bisons und Geysire. Manchmal genügt schon ein falscher Schritt und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Das erfuhr auch Erich Steiner, der den Nationalpark gemeinsam mit seiner Frau im September 2015 besuchte: Eine kurze Bewegung auf lockerem Untergrund – und schon stürzte der umtriebige 72-Jährige einen Abhang hinab.

Grosse Beeinträchtigungen durch Rotatorenmanschettenruptur

Benommen kam er zu sich. Im Schockzustand konnte er sich nicht einmal mehr an seinen Namen erinnern, der stechende Schmerz in der Schulter lähmte jeden Gedanken. Der Unfall ereignete sich gleich in der ersten Urlaubswoche, das Ehepaar aus Bonstetten (ZH) war allein unterwegs, das nächste Spital dutzende Meilen entfernt. Nach drei Stunden kam Herr Steiner endlich in ärztliche Betreuung. Hierbei wurde zunächst sein Gehirn per Computertomografie untersucht und die linke Schulter eingerenkt.

Mit einer Schlinge und schmerzstillenden Medikamenten konnte der Patient die Klinik kurz darauf wieder verlassen – und setzte unter anhaltenden Schmerzen die Reise fort. «Ich hatte Blutergüsse im Schulterbereich und konnte den Arm nicht über den Kopf heben», erinnert sich Herr Steiner. «Autofahren ging gar nicht. Den Rest des Urlaubs sass meine Frau hinter dem Steuer.»

Ausschöpfung der nichtoperativen Therapiemöglichkeiten

Kaum zurück in der Heimat suchte Herr Steiner seinen Hausarzt auf und bekam eine Physiotherapie verordnet. Die Behandlung zeigte schnelle Erfolge, Herr Steiner konnte Arm und Schulter immer besser bewegen. Doch der Schmerz in der Schulter blieb, besonders nachts machte er sich bemerkbar.

Wieder suchte Herr Steiner den Arzt auf. Eine Untersuchung per Magnetresonanztomografie (kurz: MRT) brachte schliesslich die Gewissheit: Durch den Sturz hatte sich der pensionierte Ingenieur eine Rotatorenmanschettenruptur, also einen Riss der Schultersehne, zugezogen. Eine weitere nichtoperative Behandlung konnte den Gesundheitszustand nicht verbessern.

Operation der Rotatorenmanschettenruptur als letzten Ausweg

Aus diesem Grund wurde Herr Steiner im Februar 2016 beim Chirurgen Dr. Atul Sukthankar vorstellig. Die Entscheidung über die weitere Therapie fiel schnell: Operativ sollte die angerissene Sehne neu fixiert werden. «Mein Leidensdruck war inzwischen sehr hoch», erinnert sich Herr Steiner. «Entsprechend wohlgemut sah ich der Operation entgegen.»

Der chirurgische Eingriff erfolgte im Mai 2016. Im Anschluss nahm Herr Steiner bis zum September desselben Jahres eine Physiotherapie wahr. Ergänzend führte der passionierte Freizeitsportler seine gewohnten Rückenübungen durch und nahm das Nordic Walking wieder auf.

Wiederholung des Eingriffs an zweiter Schulter

Doch durch den Sturz im Nationalpark war auch die rechte Schulter in Mitleidenschaft gezogen worden. Während die linke Rotatorenmanschette nach der Operation ausheilte, wurden die angeschlagenen Sehnen der rechten Schulter endgültig überlastet: «Ich hatte plötzlich auf der anderen Seite immer mehr Schmerzen», so Herr Steiner. «Die Beweglichkeit wurde eingeschränkt und die Schulter verkrampfte sich regelrecht.»

Zunächst hoffte er, dass sich durch etwas Schonung die Beschwerden mit der Zeit legen würden. Doch nach einer eingehenden Untersuchung dieser Schulter durch Dr. Sukthankar stand fest, dass auch hier eine Operation notwendig wurde. Im Dezember 2016 war es dann soweit: Durch den chirurgischen Eingriff wurde die gerissene Schultersehne fixiert und so die Stabilität im Gelenk wiederhergestellt.

Gewohnte Beweglichkeit stellte sich wieder ein

Die anschliessende Physiotherapie brachte den Erfolg: Bald konnte Herr Steiner wieder über seine alte Leistungsfähigkeit verfügen. «Von der Bewegung her geht alles», meint der kurierte Patient zufrieden. «Ich habe endlich auch keine Schmerzen mehr – es ist wunderbar!» Kleinere Einschränkungen im Gebrauch von Schulter und Arm treten zwar gelegentlich auf. «Wenn ich beispielsweise eine Schraube eindrehe, habe ich manchmal einen kleinen Krampf im Oberarm – aber der löst sich schnell wieder. Und wer weiss, vielleicht hat das gar nichts mit meinem Unfall zu tun. Vielleicht kommt das auch einfach nur vom Alter.»

Ausbremsen lässt sich der agile Rentner von solchen kleinen Einschränkungen auf jeden Fall nicht. «Ich bin ein Bewegungstyp», erklärt er. «Das hat es mir wahrscheinlich auch leichter gemacht, nach dem Unfall schnell wieder meine gewohnte Belastbarkeit in der Schulter wiederzugewinnen.»

Weitere Informationen:

In folgenden Blogbeiträgen erfahren Sie, was Facharzt und Physiotherapeutin zum Thema Rotatorenmanschettenruptur sagen:

Weitere Hintergrund- und fachliche Informationen rund um Schulterverletzungen finden Sie unter: www.hirslanden.ch/schultererkrankungen