Die Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, ist eine häufig erst spät erkannte Erkrankung. Sie geht mit einer verminderten Pumpleistung des Herzens einher. Obwohl sie schlimmstenfalls zu einer Minderdurchblutung von lebensnotwendigen Organen oder gar zum Herztod führt, wird die Herzschwäche oft unterschätzt.

Eine Herzinsuffizienz ist in ihrer Bedeutung und Prognose einem Krebsleiden gleichzusetzten. Sie ist mit eingeschränkter Lebensqualität und häufigen Spitalaufenthalten verbunden. Unbehandelt oder zu spät erkannt, kann diese Erkrankung zu einem kompletten Herzversagen und zu plötzlichem Herztod führen.

Vielfältige Ursachen einer Herzinsuffizienz

Die Ursachen der Herzinsuffizienz sind vielfältig. Einerseits sind sie vor allem auf die herzeigenen Ursachen zurückzuführen, also beispielsweise auf hohen Blutdruck, Herzmuskelentzündungen, Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe, Herzrhythmusstörungen sowie Herzklappenerkrankungen, bei denen die Herzklappen nicht mehr richtig öffnen oder schliessen. Andererseits können auch nicht-herzbedingte Ursachen eine Herzschwäche verursachen. Dazu gehören hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüsenüber- und unterfunktion), Speichererkrankungen (z.B. Eisenspeicherkrankheit) oder extern zugefügte Schadstoffe (z.B. übermässiger Alkoholkonsum). Bei bis zu 50% der Patienten kann man jedoch keine Ursache finden.

Notwendige Untersuchungen

Die Diagnose einer Herzinsuffizienz kann durch einen Herzultraschall gestellt werden. Damit werden die Pumpfunktion des Herzens und die Funktion der Herzklappen untersucht. Falls sich eine Herzschwäche zeigen sollte, sind noch weitere Untersuchungen zur Klärung der Ursache notwendig. Dies können beispielsweise eine Untersuchung im Herzkatheterlabor, eine Magnetresonanztomographie oder spezielle Blutentnahmen sein.

Behandlungsstrategien bei Herzschwäche

Nebst der Klärung der Ursache der Pumpschwäche sind eine Anpassung des Lebensstils und eine medikamentöse Therapie nötig. Die Umstellung des Lebensstils bedeutet unter anderem eine bewusstere Ernährung samt regelmässiger Gewichtskontrolle sowie das Beachten der Flüssigkeitszufuhr.

Medikamentös gibt es ein bis drei «Basismedikamente», die jeder Patient mit einer Herzinsuffizienz einnehmen sollte. Hinzu kommen je nach Ursache und Schweregrad noch zwei bis drei weitere Medikamente. Wichtig bei diesen Medikamenten ist, dass sie in niedriger Dosierung begonnen und in regelmässigen Abständen (alle 2-3 Wochen, soweit sie vom Patienten gut vertragen werden) in ihrer Dosis gesteigert werden. Ziel dabei ist, die maximal vertragene Dosierung zu erreichen. Denn nur durch die maximale Therapie kann das Herz maximal profitieren und entlastet werden. Während der Medikamenteinstellung sollte der Hausarzt regelmässig die Blutsalz- und die Nierenwerte kontrollieren.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie kann von kardiologischer Seite unter Umständen eine Herzkatheteruntersuchung mit Implantation von Gefässstützen (sog. Stents) nötig sein. Stents sind kleine röhrenförmige Metallgitter, die mit Hilfe eines Katheters in das Blutgefäss eingeführt werden, um dieses an der betroffenen Stelle aufzudehnen und zu stabilisieren. Bei gewissen Patienten ist das Einsetzten eines speziellen Herzschrittmachers empfohlen, der über eine integrierte Defibrillatorfunktion verfügt. In speziellen Fällen sind Herzoperationen zur Sanierung von Herzklappen und Herzkranzgefässen nötig. Falls die Herzleistung trotz maximaler medikamentöser Therapie schwerst eingeschränkt bleibt, der Patient darunter nicht beschwerdefrei wird und alle Therapieoptionen ausgeschöpft sind, gibt es die Möglichkeit der Implantation einer Herz-Unterstützungspumpe und/oder eine Herztransplantation.

Wie erkennt man eine Herzschwäche?

Oft sind die Symptome einer Herzschwäche unspezifisch. Folgende Symptome können auf eine vorliegende Herzschwäche hinweisen:

  • Leistungseinschränkung
  • Atemnot (teilweise mit Husten verbunden)
  • Schwindel
  • Gedächtnisprobleme
  • Appetitmangel
  • Herzklopfen
  • Wassereinlagerungen in den Beinen

Bei einem oder mehreren dieser Symptome wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.

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