Jürg Aeberli kennt die Gastronomie im Gesundheitswesen bestens. Seit vielen Jahren ist er stellvertretender Küchenchef in der Klinik Hirslanden in Zürich. Nach 45 Jahren Hirslanden macht es ihm nach wie vor Spass, in der Klinik die Kochlöffel zu schwingen. Im Interview erzählt er, was ihm an seinem Beruf besonders gefällt.

Jürg, du bist nun seit über vierzig Jahren an der Klinik Hirslanden tätig. Das ist eine lange Zeit, die sicher mit vielen Erlebnissen verbunden ist.

Jürg Aeberli: Das stimmt, als ich die Lehre begann, war die Klinik noch sehr familiär mit 60 bis 80 Patientenzimmern belegt. Alles war sehr persönlich. Wir kochten französische Küche mit zwei bis drei Menüs oder à la carte und servierten mit Silberbesteck und Silbergeschirr. Die Küchensprache war Französisch. Die Weltprominenz ging bei uns ein und aus, von berühmten Schauspielern über Industrie-und Bankiersfamilien bis hin zu Prinzessinnen aus bekannten Königshäusern. Das waren aufregende und turbulente Zeiten.

Jürg Aeberli als Bub

Jürg Aeberli als kleiner Bub – zu einer Kochlehre in der Klinik Hirslanden kam er durch Zufall.

Du bist per Zufall als Kochlehrling in die Klinik gekommen.

Jürg Aeberli: Ja, meine Mutter hatte von einem Autostopper, der als Koch in der Klinik Hirslanden arbeitete, erfahren, dass die Klinikküche einen Kochlehrling suchte. Das war vor 45 Jahren und ich bin bis heute der Klinik treu geblieben.

Was hat dich fasziniert, nicht den Arbeitsplatz zu wechseln?

Jürg Aeberli: Die interessanten Weiterbildungsmöglichkeiten im Kader und im Fachbereich sind ein Grund, sowie das gesamte Küchenteam. Mit den verschiedenen Küchenchefs und Mitarbeitern hatte ich immer eine sehr gute Zusammenarbeit. Es macht nach wie vor Spass, hier in der Klinik die Kochlöffel zu schwingen.

 

Du bist mit Herzblut mit deinem Beruf und mit der Klinik verbunden. Gab es auch Momente, die für dich herausfordernd waren?

Jürg Aeberli: Die Umstellungen auf moderne Kochgeräte, die wachsende Zahl der Patienten und Mitarbeiter der letzten Jahre waren eine Herausforderung. Sich immer wieder anpassen an neue Gegebenheiten und flexibel bleiben. Da bleibt man jung (lacht).

Was ist das Schönste an deiner Tätigkeit?

Jürg Aeberli: Wichtig ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter und Patienten, die wir Tag für Tag kulinarisch begeistern möchten mit einer qualitativ hochstehenden Gastronomie, verbunden mit viel Kreativität.

In den vergangenen Jahren ist ein Trend zur gesundheitsbewussten Ernährung spürbar.

Jürg Aeberli: Die Richtung hin zu einer gesundheitsbewussten Ernährung ist unverkennbar. Das spüren wir auch in der Küche. Die Ernährungsgewohnheiten haben sich zum Teil verändert. Frisches Gemüse, Suppen, Obst sowie fettreduzierte Kost haben heute einen höheren Stellenwert als früher. Auch die Zunahme der Allergiker, Vegetarier und Veganer verändert das Essen.

Jürg Aeberli mit Grosskind

Jürg Aeberli mit seinem Grosskind Darian

 

Du wirst im Oktober 2016 pensioniert – ein emotionaler Moment für dich nach 46 Jahren in der Klinik Hirslanden. Was hast du für Gedanken?

Jürg Aeberli: Ein bisschen Wehmut nach so einer langen Zeit. Ich freue mich aber jetzt schon sehr auf einen spannenden, neuen Lebensabschnitt.

Das heisst …

Jürg Aeberli: Meine Enkel so oft wie möglich sehen und viel Zeit mit ihnen zusammen verbringen. Ich will ein guter Grossvater sein (strahlt).

Ich wünsche dir, Jürg, wunderschöne Momente und bedanke mich herzlich für das Interview.

Autorin: Sabine Dörrschmidt, Physiotherapeutin

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