Patienten mit Vorhofflimmern bemerken Herzrasen, Herzstolpern oder einen Puls, der aus dem Rhythmus gerät. Unregelmässigkeiten und Aussetzer sind in gewissem Masse normal. Bei häufigem Auftreten sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Der gesunde Herzrhythmus ist unbewusst, regelmässig, variabel und als Pulswelle, die durch den Körper geht, spürbar. Normalerweise geht der Takt als elektrischer Impuls vom Sinusknoten im rechten Vorhof aus und passt sich der körperlichen, emotionalen und psychischen Belastung sehr rasch an. Das Herz befindet sich im Sinusrhythmus.

Vorhofflimmern – Unkontrollierter Herzrhythmus

Beim Vorhofflimmern wird dieser Sinusrhythmus durch unkontrollierte elektrische Impulse gestört. Das Herz spielt verrückt, schlägt unregelmässig und unkoordiniert. Der Sinusknoten flimmert und der AV-Knoten, der in der Regel nur die Überleitung des regelmässigen elektrischen Impulses von den Vorhöfen auf die Herzkammern bewerkstelligt, übernimmt den Taktstock für die Herzkammern. Als Folge davon ist die Herzaktivität unregelmässig, entkoppelt von der Belastung und kann sich nicht mehr an die geforderte Leistung anpassen. Die Vorhöfe schlagen bis zu 350-mal pro Minute, während die Kammern zwischen 60 und 130-mal pro Minute schlagen.

Ältere Menschen häufiger betroffen

Verantwortlich für das Vorhofflimmern sind meistens ausserordentliche Auslöser im Übergangsgewebe zwischen Lungenvenen und linkem Vorhof. Auch Gewebeveränderungen (Fibrosierung) in den Vorhöfen des Herzens, welche die elektrische Übertragung des Herzimpulses in den Vorhöfen stören, sind mögliche Ursachen. Diese Gewebeverränderungen sind einerseits altersbedingt und werden andererseits durch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Schlafapnoe Syndrom, Alkohol, etc. ….begünstigt.

Bei den 60-jährigen ist rund 1 Prozent von Vorhofflimmern betroffen. Bei den 85-jährigen liegt der Anteil bereits über 20 Prozent. Wenn das Vorhofflimmern in jüngerem Alter auftritt, kann oft auch eine andere Erkrankung der Herzklappen dahinter stecken. Diese sollten unbedingt von einem Spezialisten abgeklärt werden.

Zeitnahe Behandlung entscheidend

Vorhofflimmern führt zu einem 5-fach erhöhten Risiko für einen Hirnschlag. Infolge der unregelmässigen Herzaktivität können sich im linken Herzohr Blutgerinnsel bilden, die in den Körper gestreut werden und kleinere Gefässe verstopfen. Im Hirn führt dies zum gefürchteten Hirnschlag. Durch den lang anhalten, unregelmässigen Herzschlag kann es über die Zeit aber auch zur Entwicklung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kommen. Daher führt das unbehandelte Vorhofflimmern zu einer erhöhten Sterblichkeit, zu Spitalaufenthalten und natürlich zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Drei Arten des Vorhofflimmerns

Je nach Auftreten, Dauer und Reversibilität des Vorhofflimmerns spricht man von paroxysmalem, persistierendem oder permanentem Vorhofflimmern.

1. Paroxysmales Vorhofflimmern

Paroxysmales Vorhofflimmern ist selbstlimitierend und kann auch kaum bemerkt werden. Es kommt und geht in der Regel auch von alleine. Die Patienten haben üblicherweise einen Sinusrhythmus und das Vorhofflimmern tritt nur sporadisch auf.  Es kann aber auch sehr Symptomatisch sein.

2. Persistierendes Vorhofflimmern

Das persistierende Vorhofflimmern ist komplexer in der Entstehung und geht in der Regel nicht von alleine in einen Sinusrhythmus zurück. Es kann aber mit einer so genannten Konversion mittels verschiedener Medikamente oder Interventionen wieder in einen Sinusrhythmus gebracht werden.

3. Permanentes Vorhofflimmern

Permanentes Vorhofflimmern kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es werden nur die Komplikationen behandelt, also die Blutverdünnung zur Verhinderung des Hirnschlages eingesetzt und eine Frequenzkontrolle zur Verhinderung einer übertriebenen Herfrequenz.

Erfahren Sie im zweiten Teil dieses Blog-Beitrags mehr über die Behandlungsmöglichkeiten.

Bei der HerzKlinik Hirslanden erhalten Sie weitere Informationen rund um das Thema Herz und Herzchirurgie.