Die Berufsfelder in einer Klinik sind sehr vielfältig und betreffen nicht nur Medizin und Pflege. Dasselbe gilt für die Ausbildungsmöglichkeiten. So kann man zum Beispiel in mehreren der Hirslanden-Kliniken die Lehre „Fachmann/-frau Hauswirtschaft EFZ“ absolvieren  – beispielsweise in unseren drei Berner Kliniken: In der Klinik Beau-Site, im Salem-Spital oder in der Klinik Permanence. Die Zusammenarbeit der drei Kliniken und externer Partnerbetriebe ermöglicht eine sehr vielseitige Ausbildung, die den praktischen Teil der Lehre mit allen Lernzielen abdeckt. So gehören neben der Reinigung auch Arbeiten in einer Wäscherei, Einblick in die Küche und den Room Service, ein Servicepraktikum in einem Hotel und saisonale Kurse im Umgang mit Blumen zur Ausbildung. Weiter stehen verschiedene Kurse im Angebot, wie zum Beispiel „Ergonomie am Arbeitsplatz“ und Deutschkurse.

Im Interview geben uns die beiden Lernenden „Fachfrau Hauswirtschaft EFZ“ Saskia Fahrni und Mary Grace Reber Einblick in dieses Berufsfeld und die Lehre dazu. Beide sind derzeit im dritten Lehrjahr. Saskia ist 18 Jahre alt und startete mit der Lehre in der Klinik Beau-Site nach der Sekundarschule und dem 10. Schuljahr. Mary Grace ist 28 und studierte auf den Philippinen zwei Semester Hauswirtschaft an der Universität. Der Liebe wegen zog sie 2008 in die Schweiz und absolviert nun im Salem-Spital die Lehre als Erwachsenenausbildung.

Wie seid ihr zu Hirslanden und zur Lehre Fachfrau Hauswirtschaft EFZ gekommen?

Zwei Lernende Hauswirtschaft im Interview

Saskia Fahrni (links) und Mary Grace Reber schätzen beide die Abwechslung ihres Berufes.

Mary Grace Reber: 2012 begann ich als „normale“ Reinigungskraft im Salem Spital. Ich absolvierte dann die sogenannte „Allgemeinbildung für Erwachsene“. Dort lernte ich auch viel über die Schweiz, was wichtig für meinen Schweizer Pass war. Aufgrund meiner guten Noten machte mir dann die Klinik das Angebot, die Lehre „Fachfrau Hauswirtschaft EFZ für Erwachsene“ hier zu machen. Der Beruf interessierte mich sehr und ich mag den Kontakt zu den Patienten. So versuchte ich es und sagte mir: „Wenn die Noten im ersten Lehrjahr gut sind, mache ich weiter.“ Und die Noten blieben bis heute gut (lacht).

 

Saskia Fahrni: Bei mir war es eher Zufall, weil ich erst gar nicht viel über diese Lehre wusste. Eine Freundin von mir lernte dann diesen Beruf und macht ihn mir schmackhaft. Auf Hirslanden kam ich, als mein Grossvater hier in der Klinik war und ich so erfuhr, dass es hier noch freie Lehrstellen gab.

Was bringt euch die praktische Ausbildung in Ergänzung zur Schule und umgekehrt?

Saskia Fahrni: Mir bringt der praktische Teil sehr viel, um die Theorie zu festigen. Theorie und Praxis verknüpfen sich sehr gut.

Mary Grace Reber: Mit der Reinigung an sich hatte ich ja schon Erfahrung. Aber nun habe ich in der Hauswirtschaft so viel gelernt, was zum Beispiel den Umgang mit Maschinen und den verschiedenen Produkten angeht. Und das geht viel besser, wenn man Theorie und Praxis hat.

Was waren bisher die schönsten Momente oder spannendsten Erlebnisse während eurer Ausbildung?

Mary Grace Reber: Schön ist es immer, wenn der Patient dankbar ist für etwas, das ich gut geleistet habe, und er seine Freude daran zeigt. Und noch schöner ist, dass dieser Moment immer wieder kommt.

Saskia Fahrni: Mir gefallen die jährlichen Instruktionswochen sehr gut, wenn alle Lernenden aus den drei Berner Hirslanden-Kliniken zusammenkommen. Zusammen mit den Vorgesetzten erledigen wir dann die Arbeit und bereiten uns gemeinsam auf die Prüfungen vor.

Was gefällt euch am Arbeitgeber Hirslanden? Was könnte verbessert werden?

Saskia Fahrni: Ich finde das Weiterbildungsangebot sehr cool. Man kann immer wieder etwas Neues lernen und Kurse belegen, wie zum Beispiel Blumen binden. Dinge, die man verbessern könnte, sind mir bis jetzt noch nicht aufgefallen.

Mary Grace Reber: Wenn ich auf irgendein Problem stosse, sage ich es immer sofort meiner Chefin und wir finden eine Lösung. Für meine Ausbildung kriege ich hier wirklich alles, was ich brauche.

Was gefällt euch am besten an eurem Job in der Hauswirtschaft?

Zwei Lernende und Ausbildnerinnen Hauswirtschaft

Saskia Fahrni und Mary Grace Reber mit ihren beiden Ausbildnerinnen Marianne Althaus (ganz links) und Manuela Bühlmann (2. von rechts)

Saskia Fahrni: Mir gefällt am besten die Abwechslung der verschiedenen Tätigkeiten und der Orte, wo man arbeitet. Wenn mir zum Beispiel die Reinigung etwas „verleidet“, weiss ich, dass ich ja schon bald wieder im Service oder woanders im Einsatz bin und umgekehrt.

Mary Grace Reber: Ja, da kann ich mich nur anschliessen. Die Abwechslung ist sehr gut.

 

 

 

Gibt es auch etwas, das euch an eurem Job weniger gefällt?

Saskia Fahrni: Den Service im Personalrestaurant finde ich nicht so spannend, weil man da eigentlich vor allem nur an der Kasse steht. Da habe ich lieber den Service in der Cafeteria, wo ich die Leute bedienen kann.

Mary Grace Reber: Bei mir ist es der Room Service und zwar einfach, weil ich die Sprache noch nicht so gut kann, vor allem wenn die Patienten Dialekt reden.

Wie stellt ihr euch eure berufliche Zukunft vor? Welche nächsten Ziele habt ihr?

Mary Grace Reber: Ich möchte kommendes Jahr meine Ausbildung bestehen. Für danach plane ich einen intensiven Deutschkurs und vielleicht noch eine Weiterbildung.

Saskia Fahrni: Eventuell möchte ich die Berufsmaturität machen. Die Weiterbildung „Betriebsleiterin“ reizt mich auch. Aber zuerst möchte ein Jahr nach Malaysia, um meinen Bruder zu besuchen.

Was rätst du, Saskia, anderen Jugendlichen, die vor ihrer Berufswahl stehen und überlegen, in die Hauswirtschaft einzusteigen?

Saskia Fahrni: Dass sie sich sehr gut überlegen, ob sie dies wirklich wollen, nicht nur für den Moment, sondern für die nächsten drei Jahre. Und ob sie wirklich so viel Abwechslung möchten, denn in der Hauswirtschaft kann man sich nicht nur auf ein Thema fixieren.

Und was rätst du, Mary Grace, anderen, die aus dem Ausland in die Schweiz kommen und einen Berufseinstieg suchen?

Mary Grace Reber: Möglichst schnell Hochdeutsch zu lernen, die Kultur und die Regeln zu akzeptieren und einfach positiv und offen zu sein. Es ist sicher eine grosse Herausforderung, sich als Ausländer in der Schweiz zu integrieren, auch weil die Kultur ganz anders ist. Aber ist es sehr interessant, dies alles kennenzulernen.

Herzlichen Dank euch beiden für das spannende Interview. Wir wünschen euch weiterhin viel Freude bei der Ausbildung und einen erfolgreichen Lehrabschluss.

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