Rheuma ist ein Sammelbegriff für zahlreiche schmerzhafte und behindernde Krankheiten, die meist im Bewegungsapparat auftreten. Die entzündlichen Rheumaerkrankungen befallen entgegen der landläufigen Meinung nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Erwachsene und Kinder. Gerade sie bedürfen der frühzeitigen Therapie.

Wir unterscheiden in der Rheumatologie heute über 100 verschiedene Krankheitsbilder. Viele betreffen nicht nur den Bewegungsapparat. Es können auch die Haut, die inneren Organe oder das Nervensystem daran beteiligt sein. Und entzündliche Rheumaerkrankungen mit Beteiligung von Organen sind manchmal sogar lebensbedrohlich.

Schmerzen im Kreuz und Gelenkschwellungen

Rheuma kann sich sehr unterschiedlich äussern. Frühzeitig zum Arzt führen sollten Sie typische Symptome wie schmerzhafte Gelenkschwellungen oder tiefsitzende morgendliche Kreuzschmerzen.

Bei fortschreitender Krankheit und unzureichender Behandlung können die Schäden nicht rückgängig gemacht werden. Etwa zwei Drittel aller Patienten mit einer frühen rheumatoiden Arthritis entwickeln im Laufe von fünf Jahren eine wesentliche Funktionseinschränkung der betroffenen Gelenke. Da sich die Erkrankung zu Beginn am stärksten entwickelt und gleichzeitig auch am besten beeinflussbar ist, lässt sich das Risiko für einen Funktionsverlust in den ersten Monaten deutlich reduzieren. So entstehen gute Chancen für einen erfolgreichen Therapieverlauf.

Medikamente, Physiotherapie & psychologische Betreuung

Die Therapie rheumatischer Erkrankungen besteht oft aus einer Kombination verschiedener medikamentöser und nicht-medikamentöser Massnahmen.

Zu den Medikamenten zählen zum Beispiel Schmerzmittel, kortisonfreie oder kortisonhaltige Antirheumatika, knorpelstabilisierende Medikamente, pflanzliche Mittel aber auch die neuste Generation von Biologika. Das sind biotechnologisch hergestellte Substanzen, die den körpereigenen Eiweissen sehr ähnlich sind.

In Ergänzung dazu wird oft Physiotherapie verordnet zur Erhaltung, beziehungsweise Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit, um Gelenkfehlstellungen vorzubeugen sowie Kraft und Koordination zu trainieren. Die Ergotherapie legt besonders Gewicht auf die optimale Handfunktion, damit der Alltag selbständig bewältigt werden kann. Ein wichtiger Bestandteil neben Medikamenten und physikalischer Therapie ist die psychologische Betreuung. Sie unterstützt Betroffene bei der Krankheits- und Schmerzverarbeitung.

Wenn sich trotz Behandlung die Gelenke verformen und ihre Funktion einstellen, kann eine Operation helfen. Zu den klassischen Eingriffen gehört hier der Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenks durch eine Prothese.

Mehr Lebensqualität, weniger Schmerzen

Die Rheumatherapie zielt darauf ab, die Lebensqualität der Patienten auf Dauer zu erhalten, damit sie ohne wesentliche Beschwerden, Symptome oder Einschränkungen den Alltagsaktivitäten nachgehen können. Die Therapie lindert oder beseitigt Schmerzen sowie andere Symptome und verhindert die Entwicklung von Schäden am Bewegungssystem. Bei den meist chronischen und lebensbegleitenden Krankheiten besteht die beste Behandlungsstrategie in der möglichst frühzeitigen und kontinuierlichen Anwendung verschiedener Therapieverfahren.

Um das Behandlungsziel zu erreichen, ist eine Kontrolle von Wirksamkeit und Verträglichkeit der Massnahmen wichtig. In enger Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Rheumatologen, Therapeuten und Patienten kann heute bereits sehr viel erreicht werden.

Auf dem Hirslanden YouTube Channel finden Sie das folgende Video zum Thema “Rheuma”.