Für Kinder ist eine gesunde Ernährung die Basis für eine gute Entwicklung. Doch bevor der Pürierstab und der Kochlöffel geschwungen werden, ist in den meisten Fällen erstmal Stillen angesagt.

Wie kann Mann in der Stillzeit behilflich sein?

Bekanntlich kann der Mann aus evolutionären Gründen nicht stillen, zumindest nicht im klassischen Sinne, und manch ein Vater fragt sich in dieser Situation, ob er überhaupt noch gebraucht wird. Doch der Mann kann mehr als vermutet beitragen, etwa bei der Unterstützung der Mutter mit dem Reichen von erfrischenden Getränken und gesunden Snacks während und nach dem Stillen sowie beim Erledigen der anfallenden Arbeit im Haushalt. Aktives Eingreifen ist väterlicherseits am Anfang vor allem beim Baden, Wickeln und beim In-den-Schlaf-Wiegen gefragt. Das Bedürfnis des Neugeborenen nach Nähe ist gross und so kann der Vater die Bindung zum neuen Erdenbürger stärken. Später, wenn sich das Stillen zwischen Mutter und Baby eingependelt hat, darf der Papa dem Kind ruhig auch mal ein Fläschchen verabreichen und so die Mutter etwas entlasten.

Beikost, ein erster Meilenstein

Irgendwann, nach dem Ende des 4. Monates, der Zeitpunkt kann auch nach hinten variieren, ist es dann soweit, die Beikost kann eingeführt werden. Ein erster grosser Meilenstein im Leben eines kleinen Menschen und eine grosse Herausforderung für Mann und Frau. Wichtigste Utensilien zu Beginn: Viel Geduld und das grösstmögliche Lätzchen, dass man auftreiben kann. Vom Tragen von Kleidungsstücken aus edlen Stoffen sei bei der Fütterung des kleinen Raubtieres abgeraten – ausser man beschäftigt sich derzeit sowieso mit den Ausmist-Theorien von Marie Kondo – denn die Sauerei beim Füttern von Babys kann ein ziemliches Ausmass annehmen. Geduld ist vor allem dann gefragt, wenn das Kind nicht gleich von Anfang an vom Brei begeistert ist. Trotzdem sollte man es 3-4 Tage am Stück mit der gleichen Nahrung versuchen, damit sich das Kind an den Geschmack und vor allem an die andere Konsistenz gewöhnen kann.

Das Kind zur Beikost zwingen bringt ausser Geschrei und einem mittelschweren Nervenzusammenbruch seitens Eltern nicht viel. Dann lieber ein paar Tage später mit dem Spiel nochmals von vorne beginnen. Anfangs ist mit üblen Blähungen zu rechnen. Hier kann man ganz klassisch die Pilotenbrille aufsetzen und das Kind vorsichtig in den Fliegergriff nehmen. Bitte vorsichtig, da im schlimmsten Falle wieder alles erbrochen wird. Alternativ kann auch eine sanfte Bauchmassage helfen. Wichtig hierbei, dass man im Uhrzeigersinn mit Zeige- und Mittelfinger kleine Kreise zieht.

Kleines Kind, grosse Schweinerei

Irgendwann will das Kind nicht mehr gefüttert werden. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Designertapete und den antiken Perserteppich grossflächig abzudecken. Denn wenn das Kind an etwas Spass hat, dann ist es, mit dem Essen zu spielen und dabei die «Alten» zu nerven. Immer gut also, wenn man gleich das Küchenpapier zur Reinigung des Groben zur Hand hat. Für den Feinschliff kommt meist noch das Aufsaugen hinzu. Je nach Pingeligkeit ersetzt die Küchenreinigung das allabendliche Workout mit Jane Fonda. Es ist normal, dass man am Anfang dem Kind mindestens dreimal am Tag die Kleider wechseln muss.

Auch wenn es unsexy klingen mag, unbedingt wiederverwertbares Plastikgeschirr benutzen. Nichts ist mühsamer, als das Wiederzusammenkleben von Grossmutters edlem Porzellangeschirr. Aufgepasst, nicht nur das Geschirr kann zu Bruch gehen. Viele Kinder klettern gerne im Hochstuhl herum, besonders dann, wenn Vater und Mutter kurz mit dem Rücken zu ihnen stehen. Im Worst Case gibt es die Nachspeise dann im Krankenhaus.

Eine angenehme Atmosphäre schaffen

Das wohl Wichtigste für ein gelungenes Essen ist eine passende Atmosphäre. Fernseher, Radio und andere moderne Technologien lenken die Kinder nur ab und gehören daher ausgeschaltet resp. aus dem Essbereich verbannt. Auch auf Spielzeug sollte am Esstisch verzichtet werden. Feste Esszeiten können ebenfalls helfen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Ältere, wenn sie müde ist, an überhaupt keine Regeln am Tisch mehr erinnern kann und die Mahlzeiteinnahme im grössten Schlachtfeld seit Sempach anno 1386 endet. Daher: statt stundenlang einen 3-Gänger bis tief in die Nacht zu zaubern, lieber auch mal was kleines Schnelles auf den Tisch stellen. Das Kind wird es Ihnen danken. Nicht vergessen, den Sprössling nach jedem Fortschritt zu loben. Und sollte es mit den Manieren am Tisch trotzdem nicht klappen, wird es vermutlich am erwachsenen Vorbild liegen. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm und so schauen sich die Kinder jede noch so skurrile Essgewohnheit von uns ab und ahmen sie in bestmöglicher Form nach.

Gesunde Entwicklung

Damit sich das Kind gesund entwickeln kann, sollte die Ernährung ausgewogen und die Lebensmittel möglichst schadstoffarm sein. Eine eiweiss- und kalziumreiche Ernährung zum Beispiel fördert das Wachstum; Vitamine sowie Mineralstoffe sind sehr wichtig für die generelle Entwicklung. Kurz: Gesunde Mahlzeiten beeinflussen die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes positiv. Und was bekanntlich dem Kind gut tut, kann den Erwachsenen nicht schaden. Vor allem wenn der Herr Papa beim Essen mal wieder mit bestem Beispiel vorangehen muss und dem jungen Erdenbürger demonstrieren darf, wie lecker all die ungewürzten Breie und Babycrackers eigentlich sind. Und da in den ersten Jahren bei den Kindern oft Reste auf den Tellern liegen bleiben, kann dies bei Papa schnell mal auf den Bauch schlagen. Schliesslich wurde auch mir, damals vor einer halben Ewigkeit, beigebracht, artig aufzuessen. Aber gesunde Ernährung schadet ja auch den schon Mitten-im-Leben-Stehenden nicht.