Jedes Jahr findet bei uns KV-Lernenden von Hirslanden Zürich ein Social-Day statt. Dieser Tag dient dazu, dass wir uns einem sozialen Projekt widmen können.

Am Freitag, 2. Juni 2017, haben sich alle KV-Lernenden, unsere Berufsbildnerin Noémie Sassano sowie unsere weitere Unterstützung Vera Brennwald in Zürich beim Schweizerischen Roten Kreuz versammelt. Zuerst gab es eine Führung durch das Haus, bei der uns erklärt wurde, für was das Schweizerische Rote Kreuz alles zuständig ist. Anschliessend wurde uns eine Präsentation der Gründung und Geschichte des Schweizerischen Roten Kreuzes gezeigt, damit wir einen noch tieferen Einblick in die Einrichtung erhielten.

Später widmeten wir uns unserem eigentlichen Projekt, dem Asylzentrum Juch. Wir besprachen mit Jonathan, einem Mitarbeiter vom Schweizerischen Jugend-Rotkreuz, unsere Aktivitäten und wie wir mit den Bewohnern am besten umgehen sollten. Uns wurde bereits im Voraus mitgeteilt, dass wir aus Respekt gegenüber anderer Religionen nicht zu freizügig erscheinen sollten und wir offen auf die Leute zugehen, aber sie zu nichts drängen sollten. Verständigen kann man sich immer, ob auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder mit Zeichensprache. Als wir unser Programm fertig besprochen hatten, ging es gemeinsam nach Altstetten ins Asylzentrum Juch.

Das Asylzentrum in der ehemaligen Gastarbeiterunterkunft bietet bis zu 300 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Asylbewerbern im sogenannten beschleunigten Verfahren eine Unterkunft während ihrer Wartezeit auf ein Asyl in der Schweiz. Es besteht aus verschiedenen Häusern (Baracken), zwischen denen es genügend Sitzgelegenheiten und Platz für Spiele gab. Aus Schutzgründen und zur Sicherheitskontrolle war das Gelände mit einem Gitter versehen. Ähnlich wie in einer Herberge mussten sich die Asylsuchenden beim «Check-in» anmelden sowie abmelden, wenn sie das Areal verliessen. Die Bewohner sind sehr auf sich alleine gestellt, sie müssen allerdings angeben, wo sie hingehen, wenn sie das Areal verlassen. Unter der Woche müssen die Bewohner spätestens bis 20.00 Uhr wieder zurück sein und am Wochenende um 23.00 Uhr. Das Areal beinhaltet eine Schule, einen Werkraum, Deutschkurse, einen Ankleideraum für diejenigen, die gerade neu angekommen sind und zu wenige Kleider bei sich haben, einen Fitnessraum, eine Bibliothek, einen Internetraum, welchen sie maximal 1 Stunde pro Tag benützen dürfen, und diverse Unterhaltungsprogramme. Alles ist sehr einfach gehalten und wird hauptsächlich über Spenden finanziert.

Nach der Führung durch das Zentrum assen wir zusammen mit Jonas, welcher uns durch den Tag im Asylzentrum führte, Mittag. Das Essen hatten die Bewohner gemeinsam mit zwei Köchen gekocht. Es gab Reis mit Gemüse, Salat, Joghurt und Früchte, was uns allen sehr schmeckte. Da zu dieser Zeit gerade Ramadan war, waren fast keine Leute im Esszimmer, die meisten waren in ihren Zimmern.

Nach dem Essen legten wir mit unseren Programmen los. Wir teilten uns in drei Gruppen auf und boten Folgendes an:

  • Gruppe 1: Sport
  • Gruppe 2: Beauty-Salon
  • Gruppe 3: Spielenachmittag mit Kindern

Gruppe 1 – Sport

Die Sportgruppe fand schnell interessierte Bewohner. Es waren vor allem Männer dabei, welche mit der Gruppe Fussball spielten. Die Stimmung war locker, sowohl wir Lernende als auch die Bewohner waren offen und so verflog der Nachmittag schnell und alle hatten ihren Spass.

Gruppe 2 – Beauty-Salon

Die Beauty-Salon Gruppe fixierte sich vor allem auf die Frauen. Es gab eine Unterkunft, speziell für Frauen und Kinder, in der wir uns platzierten. Wir erstellten Gesichtsmasken, Peelings, organisierten Henna-Farbe und stellten Nagellack und Make-up bereit. Der Anfang war noch etwas holprig, da die Frauen nicht genau wussten, wer wir sind und was wir genau machen wollten. Doch die ersten Berührungsängste verflogen, sobald die erste Gesichtsmaske aufgetragen, das erste Peeling gemacht und die ersten Nägel lackiert wurden. Danach waren die Frauen Feuer und Flamme, sie kannten unsere Art von Masken und Peelings nicht und waren begeistert, wie gut es ihrer Haut tat. Man hatte den Anschein, dass sie sich sehr darüber freuten, dass man sich so um sie und ihre Schönheit kümmert.

Gruppe 3 – Spielenachmittag mit Kindern

Die Spielenachmittagsgruppe hatte am Anfang ein wenig Mühe, Kinder zu finden, da alle sehr scheu und eher etwas zurückhaltend waren. Mit der Zeit kamen aber immer mehr Kinder und verbrachten einen spielerischen Nachmittag mit uns. Wir hatten diverse Spiele und Bastelsachen wie einen Ball, Springseile, Badminton-Schläger, Wasserfarben und Kreiden mitgebracht. Alle Kinder hatten ihren Spass und die Zeit verging wie im Flug. Da die Kinder solch eine Freude hatten, liessen wir unsere Spiel- sowie Bastelsachen gleich dort.

Als der Tag zu Ende war, verabschiedeten wir uns von den Bewohnern. Viele sagten uns auch, dass sie den Tag genossen hatten und hofften, uns bald wieder zu sehen. Als Resümee für den Tag können wir wohl für alle Lernenden sprechen: Der Tag war sehr eindrücklich! Niemand von uns hätte wohl sonst die Gelegenheit gehabt, solch einen Eindruck zu erhalten und so viel Kontakt mit den Bewohnern eines Asylheimes zu haben. Auch wenn in den Medien oft über Flüchtlinge gesprochen wird und es für viele mit negativen Gedanken assoziiert wird, darf man den Menschen hinter der Geschichte nicht vergessen.

Wir danken Noémie Sassano für den tollen und spannenden Tag!

Autoren: Alessia Leonetti & Morena Orsi, Lernende Kauffrau, 3. Lehrjahr, Hirslanden Corporate Office

Lesen Sie auch über den Social Day im Caritas-Markt: Social Day der KV-Lernenden im Caritas-Markt