Osteoporose ist eine Krankheit des Skeletts, die durch eine niedrige Knochendichte und eine zerstörte Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist. Folgen sind vermehrte Knochenbrüche, hauptsächlich an den Wirbelkörpern, am Handgelenk und an der Hüfte. Osteoporose ist eine typische Krankheit von älteren Menschen – die Prävention beginnt aber schon ganz früh, nämlich in der Kindheit.

Die oft unterschätzte Krankheit Osteoporose kann erhebliche Folgen haben: Der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch bei älteren Menschen geht auch heute noch mit einer hohen Sterblichkeit bis 20 % einher und schränkt die Lebensqualität stark ein. Jede dritte 50-jährige Frau wird im Laufe ihres verbleibenden Lebens eine Fraktur erleiden. Obwohl Frauen häufiger betroffen sind als Männer, ist das Lifetime-Risiko für Männer, eine osteoporotische Fraktur zu erleiden, mit 20 % ebenfalls relativ hoch. Genetische Faktoren, die wir nicht verändern können, spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Osteoporose. Was wir aber beeinflussen können, sind ein knochenfreundlicher Lebensstil und eine entsprechende Ernährung, die einen entscheidenden Beitrag zur Prävention leisten.

Knochenaufbau und Knochenabbau

Der Knochen ist ein stoffwechselaktives Gewebe, welches sich laufend selbst umbaut. Übersteigt der Abbau den Aufbau, nimmt die Knochendichte ab. Für den Aufbau muss der Knochen optimal mit Nahrungsenergie, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Besonders wichtig sind Kalzium, Protein und Vitamin D. Ebenso ist Bewegung, speziell solche, die den Knochen belastet und somit aktiviert, von grosser Bedeutung. Ob die Knochendichte innerhalb der Lebenszeit in den kritischen osteoporotischen Bereich gelangt, ist von zwei Parametern abhängig: von der maximalen Knochendichte (sogenanntes Peak Bone Mass), die normalerweise zwischen 20 und 30 Jahren erreicht wird, und von der jährlichen Abnahmequote der Knochendichte (im Durchschnitt ca. 1 %), die nach einer Plateauphase bei allen Menschen einsetzt. Folglich sind für die Prävention zwei Dinge ganz wichtig: erstens der maximale Aufbau der Knochenmasse und zweitens die Reduktion der Abnahmequote.

Maximale Knochendichte – Eltern aufgepasst

Der Knochenaufbau und die maximale Knochendichte sind stark abhängig vom Lebensstil in der Kindheit und Jugend. Eine kalzium- und proteinreiche Ernährung sowie eine hohe Versorgung mit Vitamin D sind neben regelmässiger Bewegung die wichtigsten Faktoren. Drei Portionen Milchprodukte pro Tag decken schon einen Grossteil des Kalzium- und Proteinbedarfs. Täglich mehrere Handvoll frische Früchte und Gemüse liefern weitere wichtige Nährstoffe. Ein Beispiel: Bei Mädchen häuft sich in den Jahren zwischen 11 und 13 Jahren die gleiche Menge an Knochenmasse an, wie sie in den 30 Jahren nach der Menopause verloren geht! Ganz wichtig ist auch die regelmässige, knochenaktivierende Bewegung: Der Unterschied bezüglich maximaler Knochenmasse zwischen Kindern, die viel trainieren, und solchen mit wenig Bewegung beträgt bis zu 40 %. Jugendliche mit einem sehr niedrigen Body-Mass-Index (BMI) oder gar Magersucht sind besonders gefährdet; sie sind meist mit Kalzium und Protein unterversorgt.

Knochenabbau verlangsamen

Die Schuld für die Entwicklung einer Osteoporose kann man aber nicht nur seinen Eltern zuschieben. Die Lebensführung im Erwachsenenalter trägt wesentlich dazu bei, wie schnell sich die Knochendichte verringert. Die Weiterführung einer für die Knochen gesunden Ernährung, regelmässige Bewegung und das Vermeiden von Risikofaktoren wie zum Beispiel Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum oder Untergewicht sind dafür ausschlaggebend.

Weitere konkrete Tipps für einen knochenfreundlichen Lebensstil finden Sie demnächst in einem weiteren Blogbeitrag von Sandra Müller.