Die Frage aller Fragen stellen sich alle Eltern im Laufe der Schwangerschaft: Welchen Namen? Vielleicht gibt es bereits einen Favoriten, den man irgendwo, irgendwann mal aufgeschnappt hat. Manche sind auch völlig planlos. Zum Glück helfen unzählige Inspirationsquellen und Namensfindungsprozesse.

Die Listen-Methode

Bei unserem Sohn haben wir uns ungefähr zwei Monate vor dem Geburtstermin auf zwei Vornamen geeinigt. Unser Anspruch war: kurz, französisch, aber kein Zungenbrecher für Deutschsprechende und passend zum Nachnamen. Na dann mal los! Wir haben je eine Liste mit zehn Namen erstellt. Der Partner ist danach die Liste durchgegangen und hat Namen gestrichen oder als Favoriten markiert. Nach einigen Durchgängen wurden wir uns einig: Der erste Vorname war auf Mamas Liste, der zweite auf Papas Liste. Als passionierter Rugby-Spieler wählte Papa den Namen eines bekannten französischen Rugby-Stars aus dem Baskenland.

Filme, Reiseführer und Bücher als Inspiration

Der Name unserer Tochter war ebenfalls ungefähr zwei Monate vor dem Geburtstermin bestimmt. Mama machte den Vorschlag für den ersten Vornamen, Papa gefiel der Vorschlag und so stimmte er zu. Den zweiten Vornamen lieferte uns eine Schauspielerin aus einem französischen Film, den wir ein paar Wochen zuvor zusammen schauten.

Wäre unser zweites Kind ein Junge geworden, hätten wir einen Favoriten aus einem Reiseführer gehabt. Ja genau, Reiseführer! Wir reisten im Frühjahr durchs englische Cornwall, mit dabei ein Reiseführer, der auch ein Wörterbuch der kornischen Sprache enthielt. (Info-Einschub für Sprachinteressierte: Die kornische Sprache ist eine keltische Sprache, die bis ins späte 18. Jahrhundert in Cornwall gesprochen und im 20. Jahrhundert wiederbelebt wurde.)

Name zum Wohl des Kindes wählen

In der Namenswahl sind Eltern fast frei. In der Schweiz weist die Zivilstandsbeamtin oder der Zivilstandsbeamte Vornamen zurück, welche die Interessen des Kindes offensichtlich verletzen, wenn das Geschlecht des Kindes nicht erkennbar ist oder seine Persönlichkeitsrechte zu sehr eingeschränkt werden. Auf Nachfrage beim Bevölkerungsamt der Stadt Zürich wurde ich darüber informiert, dass bereits Vornamen abgelehnt wurden, es sich aber nur um seltene Einzelfälle handelte. Das war zum Beispiel der Fall bei einem Zwillingspaar: Das Problem war, dass die Vornamen von der Aussprache her nicht voneinander unterschieden werden konnten.

Vorname eintragen – von drei Tagen bis zwei Monate

Bei uns in der Schweiz müssen Geburten innert drei Tagen dem Zivilstandsamt schriftlich oder durch persönliche Vorsprache gemeldet werden. Anders in Finnland, dort lassen sich die Eltern Zeit, wie ich von einer Freundin in Helsinki erfuhr. Die Finnen haben es nicht eilig. Sie haben bis zwei Monate nach der Geburt Zeit, den Namen eintragen zu lassen. Und der Name wird erst während einer Namenszeremonie an der Taufe bekannt gegeben. Bis dahin habe ich ihre Kleine einfach Baby-Girl genannt.

Tipp: Wenn Sie irgendwo auf einen Namen stossen, der Ihnen gefällt, notieren Sie ihn sich sofort unter Notizen in Ihrem Mobile. Denn es ist wie mit Geschenkideen: Im entscheidenden Moment fällt es einem nicht mehr ein. Weitere Hilfe liefern folgende Quellen:

Namens-Hitlisten:

Vornamen-Tools:

  • Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat ein Vornamen-Tool online gestellt. Gibt man einen Vornamen ein, zeigt das Tool an, wie oft der Name in der Schweiz oder in einer der vier Sprachregionen auftaucht. Die Datenbank geht zurück bis 1902. So haben wir herausgefunden, dass der Name unseres Sohnes 1’856 Mal und jener unserer Tochter 2’736 Mal vergeben wurde seit 1902.
  • Auf vornamen.ch gibt es ein grosses Namenslexikon für Babynamen, Namensbedeutung und mehr. Zudem findet man dort den den Babynamen-Generator: Dieser gibt Vorschläge für einen möglichen Vornamen. Die Eltern können ihre Wünsche eingeben wie Anfangsbuchstabe, Silbe im Namen, Bedeutung, Länge, Geschlecht oder Sprache. Oder man lässt sich auf der Seite einfach von einem Zufallsnamen überraschen.

Unterhaltsame Seiten:

  • «Achtung, Kinder mit schlimmen Namen an Bord!» –> Auf dieser Tumblr-Seite werden, sagen wir mal «spezielle», Vornamen gesammelt und aufgeführt
  • Eine Auflistung von ausgefallenen Vornamen von Promi-Kindern wie «Princess Tiaamii» oder «Don Hugo» sind auf vorname.com  zu finden

Bücher:

Umfrage:

Jetzt würde es mich interessieren, wie ihr, liebe Leser, die Vornamen eurer Kinder ausgewählt habt? Ich bin gespannt!