Warnungen vor einer unerwarteten Schwangerschaft während der Stillzeit hörte ich seit dem Geburtsvorbereitungskurs viele Male. Anscheinend gibt es einige Geschwisterchen da draussen, die mit nur 11-15 Monaten Abstand zueinander auf die Welt kommen. Höchste Zeit also, sich wieder mit dem Thema Verhütung auseinanderzusetzen…

Mit 13 hatte ich die erste Pille, eine der stärksten, die auf dem Markt zu finden war. Die Pille änderte in mir vieles, ich fühlte mich wohl, war ausgeglichen und ich denke meine Pupertät war irgendwie etwas «kontrollierter». Doch mit 18 beschloss ich damit aufzuhören, weil ich einfach mal eine hormonelle Pause brauchte und immer öfters die Pille vergass.

Neuer Anlauf nach der Schwangerschaft

Beim nächsten Partner-Wechsel wurde das Thema natürlich wieder aktuell – wie auch jetzt nach der Geburt unserer ersten Tochter. Auch wenn ich unsere kleine Maus über alles liebe, ein zweites kleines «Geschenk» wäre im Moment nicht das richtige. Also besuchte ich letztens meine Hirslanden-Frauenärztin in Zürich und sprach mit ihr über die Vor- und Nachteile der hormonellen Verhütung sowie über mögliche Alternativen. Da ich eine Wochenbett-Depression hatte und sehr feinfühlig im Bezug auf Hormone bin, sprach Sie mit mir gleich über die Spirale, die ich aber trotz der Vorteile auf keinen Fall benutzen wollte.

Die Spirale überzeugt mich nicht

Die Spirale ist günstiger als eine Pille, man braucht nicht an die tägliche Einnahme zu denken und sie ist sehr sicher. Man hört aber auch, dass das Einsetzen Schmerzen verursachen kann oder dass man inkompatibel sein könnte. Auch die Tage können stärker werden. Die spannende Sendung „Verhüten mit Spirale“ auf SRF zeigt gut zusammengefasst die Vor- und Nachteile dieser Verhütungsmethode auf. Doch darf ich ehrlich sein? Auch nach diesem Film sagte mein Körper weiterhin «Nein danke».

3-Monats-Spritze oder Implanon?

Eine andere Möglichkeit ist das Implanon. Da ich es bereits hatte und danach aufgeschwemmt wurde mit fast 20kg Wasser, einen mit Akne übersäten Körper bekam und eine traurige Seele mich fast das Leben kostete, war für mich nach 12 Monaten Implanon bereits wieder Schluss. Durchgehende hormonelle Verhütung klappt bei mir einfach nicht. Daher war auch die 3-Monats-Spritze für mich keine Alternative. Die hohe Anfangsdosis ist für Frauen, welche so sensibel auf Hormone reagieren, definitiv die falsche Methode.

Pflaster oder digitale «Verhütung»?

Mit dem Evra-Plaster, welches man Wochenweise auf eine Hautstelle klebt, hatte ich in Vergangenheit eine gute Alternative gefunden. Zwar hatte ich auch dort ein paar Nebenwirkungen, aber die waren aushaltbar – für eine gewisse Zeit. So haben wir uns auch mit der «digitalen» Verhütung mit iPhone auseinandergesetzt. Nein! Nicht indem wir die ganze Zeit nur am Simsen waren, sondern die App iPeriod nutzten. Hier können Frauen mit regelmässigem Zyklus ihre Tage tracken und sehen dann auch gleich, wann der Eisprung in etwa fällig wäre. Mit diesem Prinzip kombiniert mit Kondomen, waren wir 3 Jahre erfolgreich babylos. Der Vorteil war: Nach dieser Zeit waren genug Daten gesammelt, um dieses Wissen auch für eine Schwangerschaft zu nutzen. Mit jedem Zyklus wird die Vorhersage genauer und man lernt als Frau so auch seinen Körper und Zyklus etwas besser kennen. Der Nachteil: Nicht so sicher wie hormonelle Verhütungsmethoden und nur geeignet für Paare, die eine mögliche kleine Überraschung mit Handkuss nehmen würden.

Verhütung ist eine Paar-Angelegenheit

So wie jeder Mensch anders ist, so passt nicht jede Verhütung für jedes Paar. Sprecht deshalb mit eurem Partner darüber, mit euren Freundinnen und fragt eure Frauenärzte bei Unklarheiten. So können auch heikle Fragen schnell geklärt werden. Ich persönlich teste nun mal den Nuva-Ring. Auch das ist etwas, was ich zuerst nicht «in mir drin» haben wollte. Aber auch hier spricht das «nur 1x im Monat und nicht täglich daran denken» für sich. Zudem kann ich ihn jederzeit entfernen, wenn mir danach ist, und ich erhoffe mir weniger Nebenwirkungen als beim Evra-Pflaster.