Eine neue Erdsonden-Wärmepumpe wird künftig für die nötige Wärme und Kälte in der AndreasKlinik Cham Zug sorgen – energieeffizient, nachhaltig und wirtschaftlich. Die Bauarbeiten sind im vollen Gange.

Bei der AndreasKlinik in Cham Zug befand sich in den letzten Wochen eine grosse Baustelle. Dies zum einen, weil dort das neue Parkhaus Rigistrasse gebaut wird. Zum anderen nutzte die AndreasKlinik die Gelegenheit, um Erdsondenbohrungen in den Bauprozess des Parkhauses zu integrieren. Die gemeinsame Baustelle bringt enorme Zeit- und Kostensynergien.

Wärme und Kälte gleichzeitig produzieren

16 Erdsonden sind in 250 m Tiefe verlegt worden und sind für die neue, energieeffiziente, nachhaltige und wirtschaftliche Erdsonden-Wärmepumpe der Klinik bestimmt. Diese wird die bestehende Kältemaschine aus dem Jahr 1995 und den entsprechenden Rückkühler auf dem Dach ersetzen, welche ausgedient haben. Die Wärmepumpe wird nicht nur die Kälte für die Klinik produzieren, sondern auch gleichzeitig einen Grossteil der Wärme; somit wird die bestehende Gasheizung zu einem Grossteil entlastet und es wird wesentlich weniger Kohlendioxid in die Umgebung ausgestossen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe funktioniert im Prinzip gleich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Während der Kühlschrank seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach aussen abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Aussenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Die Umweltwärme aus Luft, Erdreich (Erdsonden wie in der AndreasKlinik) oder Wasser wird dem Verdampfer zugeführt und so auf die Wärmepumpe übertragen. Dank eines tiefen Siedepunktes des Kältemittels in der Wärmepumpe reichen die Temperaturen aus dem Erdreich, um rasch einen dampfförmigen Zustand zu erreichen. Im Verdichter wird der Dampf komprimiert und dadurch erhitzt. Im Kondensator gibt der heisse Dampf schliesslich seine Wärme an den Wasserkreislauf des Heizsystems ab.

Die neue Maschine ist zugleich eine Wärme- und Kältemaschine. Wenn Kälte produziert wird, fälllt immer auch Wärme an und umgekehrt. Im Kältemaschinenbetrieb wird, wenn immer möglich, die Abwärme ans Heizsystem abgegeben. Im Wärmepumpenbetrieb kommt die Wärmequelle aus den Erdsonden zum Einsatz. Falls im Kältemaschinenbetrieb keine Wärme benötigt wird, kann die Abwärme zurück in das Erdreich gegeben werden. Dadurch kann sich das Erdsondenfeld wieder regenerieren bzw. aufheizen. Der Erdboden kühlt so nicht komplett aus und kann nachhaltig zur Wärmegewinnung im nächsten Winter dienen.

Weniger CO2-Ausstoss, weniger Stromverbrauch

Mit dieser neuen Wärmepumpe/ Kältemaschine wird gleichzeitig Wärme und Kälte produziert. Dabei erfolgt eine Doppelnutzung der Erdsonden: Im Winter wird das Erdreich abgekühlt, im Sommer wieder erwärmt (Regeneration). Dadurch nutzt man das Erdreich als saisonalen Energiespeicher. So kann der heutige Gasverbrauch, und somit auch die Schadstoffemission, um ca. 50% reduziert werden.

Die Erdsonden-Wärmepumpe wird im Sommer 2017 in Betrieb genommen werden. Sie ist die erste innerhalb der Hirslanden-Gruppe. Weitere Wärmepumpen an anderen Standorten sind in Planung.

 

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