Bild: «5 am Tag» ist eine nationale Gesundheitsförderungskampagne, um den Gemüse- und Fruchtverzehr der Bevölkerung zu steigern.

Kommt Ihnen «5 am Tag» bekannt vor? Wahrscheinlich ja, denn die Kampagne zur Förderung des Gemüse- und Fruchtverzehrs wurde Ende 2001 lanciert, vielfältig umgesetzt, und es wurde regelmässig geworben. Lesen Sie, was es mit der Empfehlung auf sich hat und wieso es sich lohnt, Gemüse und Früchte ins Herz zu schliessen.

In den letzten Jahrzehnten wiesen immer mehr Forschungsergebnisse darauf hin, dass der regelmässige und abwechslungsreiche Konsum von Früchten und Gemüse vor Krebs und weiteren Zivilisationskrankheiten schützen könnte. Auch hat man erkannt, dass nicht einzelne Vitamine (wie z.B. die Antioxidantien Betacarotin, C und E) die positiven Effekte hervorbringen, sondern dass viel mehr das ganze Spektrum der Inhaltstoffe von Gemüsen und Früchten dafür verantwortlich ist. Viele dieser Substanzen werden erst gerade entdeckt. Eines ist hingegen sicher: Eine gemüse- und früchtereiche Ernährung kann unserem Körper viel Gutes tun, gibt Energie und ist zudem kalorienarm.

Wissen ja – umsetzen nein

In einer Pressemitteilung des BAG zum 6. Schweizerischen Ernährungsbericht anfangs dieses Jahres heisst es: «Der 6. Schweizerische Ernährungsbericht (SEB) zeigt, dass die Bevölkerung die wichtigsten Empfehlungen zur Ernährung kennt. Sie ist sich aber zu wenig bewusst, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für die Gesundheit wirklich ist und setzt diese Empfehlungen denn auch ungenügend um.»

Ist es uns schlichtweg egal oder ist die Umsetzung zu mühsam und zu wenig mit unserem Lebensstil vereinbar?

Stärkung der Abwehrkräfte

Neben den Hauptnährstoffen Eiweiss, Kohlenhydrate und Fett benötigt unser Körper täglich Wasser, Nahrungsfasern sowie Mikronährstoffe. Zu letzteren gehören die Vitamine, die Mineralstoffe, die Spurenelemente sowie die sekundären Pflanzenstoffe. Zu finden sind sie hauptsächlich im Gemüse und in den Früchten. Fehlen uns diese für viele Stoffwechselvorgänge essentiellen Stoffe, werden wir anfälliger für Krankheiten oder tatsächlich krank.

Welche Menge wir täglich zu uns nehmen sollten, wird für jeden einzelnen Nährstoff als Referenzwert festgelegt. Neue Erkenntnisse führen aber auch immer wieder zu revidierten Empfehlungen (so wurden zum Beispiel kürzlich die Referenzwerte für Vitamin D erhöht).

Abwechslung erwünscht

Ein einziges Lebensmittel, welches genau das richtige Verhältnis aller Nährstoffe aufweist, gibt es nicht. Sonst wäre gesund essen zwar einfach, aber sehr monoton.

Ebenso so spasslos oder gar unmöglich wäre es, beim Zusammenstellen des  täglichen Menüs dauernd auf die richtige Menge aller Nährstoffe zu achten. Wir müssten jedes einzelne Nahrungsmittel wiegen und den jeweiligen Nährstoffgehalt heraussuchen und addieren. Und am Ende wären wir nicht einmal sicher, ob wir tatsächlich die richtige Menge aufgenommen haben, da viele weitere Faktoren wie Zubereitungs- und Lagerverluste zu grossen Schwankungen führen. Ein Beispiel: Eine halbe Peperoni enthält etwa 125 mg Vitamin C – 25 % mehr als der Tagesbedarf eines Erwachsenen. Liegt die Peperoni nun aber 1 Woche im Kühlschrank, wird dann gekocht und vielleicht sogar noch warm gehalten, kann der Gehalt auf ¼ der ursprünglichen Menge absinken.

Um uns umständliche Rechnereien zu ersparen, hat die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) die komplexen Nährstoffberechnungen in einfach verständliche Empfehlungen übersetzt, mit deren Hilfe wir unseren Bedarf an den unterschiedlichen Nährstoffen im Grossen und Ganzen sichern können. Sie sind in der Lebensmittelpyramide zusammengefasst. Eine dieser Empfehlungen (und mitunter diejenige, mit der wir uns am meisten schwertun) lautet, täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Früchte zu essen.

Lesen Sie nächste Woche wie Sie (und auch Ihre Gemüse verweigernden Kinder, falls Sie solche haben) die «5 am Tag» mit Freude schaffen.