Im nachfolgenden Beitrag möchte ich über die Geburt meiner ersten Tochter berichten, welche in der Hirslanden Klinik Im Park zur Welt kam. Die Geburt ist meist ganz anders, als man es sich vorstellt, häufig kommt alles ganz anders als geplant. In so einer Situation ist es wichtig, von Menschen umgeben zu sein, die einem gut tun und einen verstehen. Ich durfte eine wunderbare Geburtserfahrung machen, die ich an dieser Stelle gerne mit anderen teilen möchte.

Die Wahl des Spitals

Im 7. Monat brachte mein Frauenarzt zum ersten Mal das Thema Geburtsspital auf. Er informierte mich, dass er sowohl in der Klinik im Park als auch in der Klinik Bethanien als Belegarzt arbeite und dass er mir eine dieser beiden Kliniken empfehle, da ich ja halbprivat versichert sei. Er meinte, dass seine Frau damals keinen so guten Versicherungsschutz gehabt hätte und ihn die Geburt seines Kindes über CHF 10’000 gekostet hätte. Sein Kind wäre allerdings in Würde auf die Welt gekommen, das war ihm wichtig.

Ich dachte lange über seine Worte nach, darüber, «in Würde» zu gebären. Ich entschied mich, eine Informationsveranstaltung der Klinik Im Park zu besuchen. Mein Mann und ich trafen dabei auf einen Saal voller neugieriger Paare, die sich in entspannter und humorvoller Atmosphäre über alle wichtigen Aspekte des Spitalaufenthalts während und nach der Geburt aufklären liessen. Die vortragende Hebamme überzeugte mich durch ihre Freundlichkeit und Expertise. Die Wünsche der Eltern würden im Zentrum stehen, der Wille der Gebärenden zähle, soweit es die Situation medizinisch gesehen zuliesse. Auch überzeugte mich die Einstellung zu schmerzlindernden Massnahmen. Weniger ist mehr – dafür aber umso mehr Entspannung während der Geburt.

Bei der anschliessenden Führung durch die Geburtsabteilung gefielen mir die schönen, warmen Farbtöne und die Holzelemente in den Geburtssälen, die auf höchstem technologischem Niveau eingerichtet waren. Das Licht im Raum konnte man je nach Wunsch individuell ändern, damit man sich wohlfühlte. Alles war klein und überschaubar, eine private Klinik, in der jeder Patient eine Rolle spielte, dachte ich mir. Zum Schluss durften wir eine Tasche mit kleinen Geschenken mit nach Hause nehmen, einem Schwangerschaftstee, Versicherungsinformationen und anderen nützlichen Heften.

Wir besuchten keine weiteren Informationsveranstaltungen, da uns die Klinik im Park überzeugt hatte. Die Spitalwahl war somit getroffen und ich freute mich riesig auf die bevorstehende Geburt.

Falscher Alarm – ins Spital und wieder nach Hause

Der errechnete Geburtstermin lag schon drei Tage hinter mir und ich hatte nur die üblichen kleinen Vorwehen, die ich schon seit mehreren Monaten regelmässig hatte. Der Spitalkoffer war längst gepackt, alles war organisiert, die Wohnung war gründlich geputzt, schliesslich braucht ein Neugeborenes eine saubere Umgebung. Da ich schon seit einer Woche nicht mehr arbeitete, hatte ich viel Zeit für Entspannungsübungen oder Spaziergänge. Jeden Abend machte ich zudem meine Hypnobirthing Übungen, um mich bei der Geburt in einen maximalen Entspannungszustand zu versetzen.

Am vierten Abend um 19:00 hatte ich das Gefühl, dass mein Schleimpfropf abgegangen war. Da ich auch leichte Wehen hatte, fuhren wir zur Sicherheit ins Spital, wo ich von einer Hebamme untersucht wurde. Falscher Alarm! Sie meinte, dass wir ruhig noch einmal nach Hause fahren könnten, dass die Geburt noch nicht eingesetzt hätte und es sich nicht um den Schleimpfropf gehandelt hätte.

Eine herausfordernde Geburt

Zu Hause angekommen fühlte ich mich zusehends schlechter. Wir gingen ins Bett, doch konnte ich nicht einschlafen. Ich hatte wieder Wehen und musste mich übergeben. Um 1 Uhr nachts weckte ich schliesslich meinen Mann, da es für mich immer schlimmer wurde. Wir fuhren in die Klinik. In der Tiefgarage parkte gerade auch ein Auto mit einer Schwangeren, die auch in den Wehen stand. Sie ging souverän und lächelnd in den Aufzug, mir hingegen verschlug es mit jeder Wehe den Atem und ich musste mich festhalten.

Als ich untersucht wurde, stellte man fest, dass der Muttermund noch fest verschlossen war. Diesmal ging der richtige Schleimpfropf ab und stärkere Wehen fingen an. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite und hielt meine Hand. Bei fast jeder Wehe musste ich erbrechen. Die Hebamme (eine von insgesamt vieren, die mich betreuten, bis das Baby da war) empfahl mir gegen den Morgen ein Schmerzlinderungsmittel, genannt Ultiva. Dieses ist nur während drei Minuten in der Blutbahn und man kann es sich selber per Knopfdruck initiieren. Dieses half mir sehr.

In den nächsten Stunden hörte ich mir Entspannungsübungen an. Leider konnte ich die zuvor gelernte Hypnobirthing-Atemtechnik nur sehr schwer anwenden. Ich versuchte, bei den Wehen lange und entspannt auszuatmen, aber es ging nicht. Die Wehen kamen alle 10 Minuten und waren für mich sehr schmerzhaft. Dabei öffnete sich der Muttermund nur minimal.

Am Nachmittag empfahl mir die Hebamme, ein Aroma-Bad zu nehmen. Dieses trug sehr zur Entspannung bei. Von da an drückte mein Mann jeweils vor jeder Wehe auf mein Zeichen den Ultiva-Knopf. Was hätte ich nur ohne ihn gemacht?! Am späteren Nachmittag meinte die Hebamme, dass es gut wäre, die Wehen mit einem Mittel, dem sogenannten Wehentropf zu verstärken, damit sich der Muttermund ganz öffnete. Da ich sowieso relativ schlecht auf die Wehen reagierte, nämlich mit Erbrechen, riet mir die Hebamme unter diesen Umständen zusätzlich zu einer PDA. Von da an waren die Schmerzen völlig weg. Ich spürte nichts mehr, die Wehen sah ich nur noch auf dem Bildschirm.

Irgendwann so gegen 18 Uhr abends liess die PDA nach. Dies war eigentlich auch gut, denn ich musste meine Beckenbodenmuskeln spüren in der letzten Geburtsphase. Da ich bis dahin das Fruchtwasser noch nicht verloren hatte, stach die Hebamme die Blase auf. Sie meinte, dass die Fruchtblase das Kind vielleicht blockiere, so dass es sich nicht richtig senken könne. Ich stand nochmal kurz auf mit Hilfe der Hebamme und ging auf die Toilette. Zurück am Geburtsbett hielten mich meine Beine bei der nächsten Wehe nicht mehr und ich sank auf die Knie. Links mein Mann, rechts die Hebamme. Sofort reagierte die Hebamme und holte blitzschnell eine spezielle Unterlage. Sie war darauf vorbereitet, dass das Baby bald kommen könnte.

Einige Minuten später war mein Frauenarzt da, der bis dahin mit der Hebamme telefonisch in Kontakt stand. Er sprach mir gut zu, dass er nun da sei und jetzt alles gut werden würde. Er meinte, dass das Fruchtwasser eine Verfärbung aufweise, welche auf einen beginnenden Sauerstoffmangel des Kindes hinweise. Da die PDA bei der Austreibungsphase noch leicht wirkte und ich nach über 19 Stunden Wehen fix und fertig war, konnte ich im entscheidenden Moment nicht pressen. Es war zu spät für einen Kaiserschnitt, deshalb kam unsere kleine Charlotte mit Hilfe der Vakuumhaube auf die Welt. Von der Ankunft meines Arztes bis zur Geburt verstrichen lediglich einige Minuten. Charlotte erblickte um 19:11 das Licht der Welt.

Ein grenzenloses Glück

Noch nie war ich glücklicher im Leben. Dieser Moment, in dem das Kind rauskam und mir in die Arme gelegt wurde, ist unbeschreiblich und ich möchte ihn nicht missen. Dieses kleine Baby, das aus mir rauskam, nicht wusste, wo es war und voller Vertrauen die Nähe seiner Mutter suchte. Plötzlich weinte ich bitterlich, die ganze Anspannung liess los. Ich heulte wie ein Schlosshund. Die Hebamme und mein Mann trösteten mich und sprachen mir gut zu, dass jetzt alles geschafft sei. Ich nannte meine Hebamme einen Engel. Dann verlor ich das Bewusstsein.

Mein Aufenthalt in der Wochenbettabteilung

Nach der Geburt durfte ich 4 Tage in der Klinik bleiben. Dabei besuchte mich mein Frauenarzt jeden Tag und verschrieb mir wo nötig Medikamente, z.B. eine Eiseninfusion. Es gibt nichts Aufregenderes, als sein kleines Baby im schönen Wickelzimmer zu baden, es einzucremen, zu wickeln und ihm süsse kleine Strampler anzuziehen. Ins Wickelzimmer durften nur die Eltern oder Hebammen, niemand sonst. Das gefiel mir sehr gut. Meine Charlotte wusste sofort, wie das mit dem Stillen geht und trank viel und gerne. Leider hatte ich Schmerzen beim Stillen und fühlte mich körperlich sehr schwach. Am zweiten Tag nach der Geburt merkte ich, dass mein anfängliches Glück schwand und ich mich zunehmend schlechter fühlte. Ich war sehr müde von der Geburt und vom Stillen in der Nacht. Plötzlich war mir nur zum Heulen zumute. Die Schmerzen beim Stillen gaben mir den Rest und ich konnte meine Tränen nicht länger zurückhalten.

Die Hebammen in der Wochenbettabteilung schauten öfter als sonst bei mir vorbei, halfen mir bei der amtlichen Registrierung des Babys, besprachen die Geburt mit mir, erklärten mir, wie ich mein Baby beim Stillen am besten halte, versuchten, meine Schmerzen mit einer sehr wirkungsvollen Lasertherapie zu mildern, und machten mir täglich Quarkwickel um meine prallen und schmerzenden Brüste. Sie gliederten meinen Tag, nahmen mir das Baby nachts für einige Stunden ab, damit ich wenigstens etwas schlafen konnte, und wickelten es nachts für mich. Sie bestellten einen super Still-BH für mich, organisierten eine Stillhaube, die ich beim Stillen auf die Brustwarze legte, die auch sehr half. Eine speziell instruierte Hebamme besuchte mich und meine Zimmernachbarin einige Male für ein leichtes Rückbildungstraining, eine andere Hebamme machte uns abends eine Bauchmassage, die die gestörte Verdauung nach der Geburt wieder in Gang bringen sollte. Auch wurde mir zweimal täglich ein Still-Tee aufs Zimmer gebracht.

Das Essen war wirklich gut, ich fühlte mich wie in einem 5-Sterne Hotel. Auch mein Mann ass häufig im Spital mit mir auf dem Zimmer, alles war möglich. Wir durften an einem Abend auch auf Kosten des Hauses ein wunderbares Candlelight-Dinner zu zweit im Spitalrestaurant geniessen. Da Charlotte gerade gemütlich schlief, kam sie einfach mit uns mit in ihrem Bettchen.

Eine positive Geburtserfahrung

Die Klinik im Park war für mich persönlich der ideale Ort zum Gebären. Ich hatte genau die Unterstützung und die Intervention der Hebammen, die ich brauchte und wollte. Ebenso war mein Mann eine grosse Stütze. Die Hebammen auf der Wochenbettabteilung haben mich aufgefangen, als ich Hilfe brauchte und es mir schlecht ging. Jemand anderem vielleicht hätte eine ambulante Geburt ohne grosse Unterstützung genügt – bei mir war es anders. Ich war überfordert, mich musste man an der Hand nehmen und zeigen, wie man was macht. Eine Geburt ist eine Extremsituation und die ersten Tage mit Baby eine Herausforderung. Alleine hätte ich das nicht so gut überstanden. Schon kurz nach der Geburt war ich mir sicher, dass ich auf jeden Fall noch ein zweites Kind wollte und wieder eine natürliche Geburt haben möchte. Eine Geburt ist zwar nicht immer leicht, aber wir Frauen können das. Die Natur hat uns so gestaltet, dass wir Kinder zur Welt bringen können. Man muss sich einfach darauf einlassen.