Babys sind sogenannte Traglinge. Sie lernen erst nach mehreren Monaten, sich selbstständig  fortzubewegen. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass wir unseren Nachwuchs tragen. Es gibt aber noch viele andere wichtige Gründe, sein Baby zu tragen. Die zehn wichtigsten folgen hier.

Menschen gehören wie die Kaninchen zu den Nesthockern. Damit sind nicht etwa junge Erwachsene gemeint, die immer noch im Hotel Mama wohnen, sondern alle Säugetiere, welche nach der Geburt noch nicht laufen können und stark auf ihre Eltern angewiesen sind. Im Gegensatz dazu sind die Nestflüchter, z.B. die Feldhasen, schon kurz nach der Geburt fähig, das Nest alleine zu verlassen.

Tragen festigt die Beziehung

Verglichen mit den Kaninchen, welche ihren Bau doch schon nach ca. drei Wochen alleine verlassen können, dauert es bei den Menschen relativ lange, bis sie sich alleine fortbewegen. Obwohl es seit der Erfindung des Rades auch weit verbreitet ist, sein Baby zu schieben, spricht einiges dafür, den Wagen öfters stehen zu lassen und sein Kind zu tragen:

  1. Der wichtigste Grund überhaupt ist, dass es die Kleinen einfach gerne haben, wenn sie Papi nahe sind, wenn sie  ihn riechen können, wenn sie ihn spüren und wenn sie seine Stimme von ganz nah hören.
  2. Tragen wirkt ungemein beruhigend auf schreiende Kinder.
  3. Dem Baby hilft das Getragenwerden, eine sichere Bindung zu Ihnen aufzubauen (siehe auch mein Blog-Beitrag «Weichenstellung fürs Leben»)
  4. Es gibt unterdessen die verschiedensten Traghilfen, vom bewährten Tragetuch über den BabyBjörn bis zum ErgoCarrier. In den verschiedensten Farben, von verschiedenen Herstellern und mit unterschiedlichen Tragetechniken erfüllen sie immer denselben Zweck: Das Kind wird getragen und Mann hat beide Hände frei. Die freien Hände dienen den Frauen oft als Argument, dass die Herren gleichzeitig das Kind tragen und staubsaugen könnten.
  5. Die Zeiten, als Mann noch schräg angeschaut wurde, wenn er mit Baby im Tragetuch einkaufen ging, sind zum Glück vorbei. Im Gegenteil, der Mann erntet sogar anerkennende Blicke und wird von Frauen angesprochen: «So häärzig!» (Dies Aussage bezieht sich jedoch meist auf das Kind und nicht auf dessen Träger.)
  6. Kinderwagen haben den Vorteil, dass man die Einkaufstaschen unten ins Körbchen legen oder an den Griff hängen kann. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Gebäuden ohne Rolltreppe oder Lift und in grossen Menschenmengen sind sie aber viel unpraktischer als Tragehilfen.
  7. Nach einigen Monaten nimmt das Baby an Gewicht  zu und erspart einem das Abo im Fitnessstudio.
  8. Ältere Kinder kann man auch sehr gut auf den Schultern tragen, was nicht nur der eigenen Rückenmuskulatur dienlich ist, sondern auch den Gleichgewichtssinn des Kindes enorm fördert.
  9. Die Zeit, in welcher das Baby über längere Zeit getragen werden kann ist so kurz, dass es wirklich schade wäre, wenn Sie sie verpassen.
  10. Zu tragen heisst Verantwortung  übernehmen und getragen zu werden hat mit Vertrauen zu tun. Das Vertrauen wird mit dem Tragen beim Kind massgeblich gefördert. Denn wie schrieb schon Antoine de Saint-Exupery in seinem Buch Der kleine Prinz: «Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.»