Knorpelschäden sind meist ein Zeichen von Abnutzung oder entstehen durch Sportunfälle. Dank moderner Diagnostik (MRI) können immer kleinere Knorpelverletzungen früher und präziser erkannt werden. Dies hilft dabei, die Entstehung einer Arthrose zu verhindern oder hinauszuzögern.

Das Freizeitverhalten mit risikoreichen Aktivitäten hat zu einer Häufung von Verletzungen geführt. Zur Untersuchung von möglichen Knorpelschäden kommt heute die Magnetresonanztomographie (MRI) zum Einsatz. Die Früherkennung ist wichtig, weil unbehandelte Knorpelschäden sich über Jahre hinweg zu einer Arthrose (grossflächiger Knorpelschaden) entwickeln, welche wegen unserer alternden Gesellschaft immer häufiger beobachtet wird.

Selbstheilungskräfte ausnützen

Bei kleinflächigen und isolierten Knorpelschäden stehen uns neue und innovative Methoden zur Verfügung, um eine Knorpelregeneration zu erzielen. In einfachen Fällen und bei jungen Patienten kann das Selbstheilungspotenzial des Körpers ausgenutzt werden, indem durch kleine Bohrungen Stammzellen aus dem darunterliegenden Knochen rekrutiert werden. Bei komplexeren Situationen wird die Knorpelschicht durch eine zusätzliche Kollagen-Membran oder in gewissen Fällen auch durch gezüchtete Knorpelzellen aufgebaut.

Achskorrektur – Verlagerung des Körpergewichts

Ist die Abnutzung schon fortgeschritten, führen die erwähnten Methoden nicht zum Erfolg. Bei jüngeren und aktiven Patienten kann in geeigneten Fällen durch eine Achskorrektur das Körpergewicht vom geschädigten auf den noch gesunden Gelenksteil verlagert werden. Dank neuen modernen Techniken finden Achskorrekturen wieder vermehrt Anwendung. Falls dies nicht möglich oder sinnvoll ist, bleibt als letzte operative Möglichkeit die Implantation eines Kunstgelenkes.

Salben, Tabletten und Spritzen

Grundsätzlich spielen bei Knorpelschäden die Behandlungen ohne Operationen eine sehr wichtige Rolle. Allerdings haben nur die beiden Substanzen Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat möglicherweise einen kleinen Einfluss auf die Knorpelregeneration. Beide Substanzen sind in Tablettenform verfügbar. Wichtiger bei der Behandlung ohne Operation sind die Schmerzbehandlung und die Verminderung der Entzündungsreaktion. Verschiedene schmerzlindernde und entzündungshemmende Substanzen stehen als Salben, Tabletten und Spritzen zur Verfügung. Wichtig sind auch ein gesundes Körpergewicht und die Anpassung der Aktivitäten. Das Fortschreiten der Knorpelabnutzung kann damit aber nicht verhindert werden.

Knie

Behandlung eines isolierten Knorpelschadens am Kniegelenk durch die AMIC Technik:

  1. Säuberung und Anfrischen des Defektes
  2. Kleine Bohrungen mit einer Aale rekrutieren Stammzellen aus dem angrenzenden Knochen
  3. Vorsichtiges Aufnähen einer Kollagen-Membran
  4. Versiegelung mit Fibrinkleber